Beim Zehnfingersystem liegen deine Finger auf den Tasten der Grundreihe, A S D F (linke Hand) und J K L ; (rechte Hand), und jeder Finger drückt die Tasten direkt über und unter seiner Ruhetaste. Die Zeigefinger übernehmen außerdem die beiden mittleren Spalten (G und H, dazu T, Y, V, B und N), die kleinen Finger die äußeren Ränder, und die Daumen teilen sich die Leertaste. Die vollständige Fingertabelle steht unten als reiner Text, damit du sie durchsuchen, ausdrucken oder mit einem Screenreader lesen kannst.
Die Standardtabelle ist eine Konvention. Das meiste davon lohnt sich genau so zu übernehmen, bei ein paar Tasten kann man streiten, und am wichtigsten ist, dass jede Taste immer vom selben Finger gedrückt wird.
Die Tasten der Grundreihe
Die acht Grundtasten sind A, S, D und F für die linke Hand und J, K, L und ; für die rechte. Zwischen den Wörtern liegen deine Finger dort, und nach jedem Griff zu einer anderen Taste kehren sie dorthin zurück.
| Finger | Linke Hand | Rechte Hand |
|---|---|---|
| Zeigefinger | F | J |
| Mittelfinger | D | K |
| Ringfinger | S | L |
| Kleiner Finger | A | ; |
| Daumen | Leertaste | Leertaste |
G und H sind keine Grundtasten, weil kein Finger auf ihnen ruht; die Zeigefinger gleiten hinüber und kehren wieder zurück.
Die Handhaltung ist genauso wichtig wie die Buchstaben. Die Finger sind leicht gekrümmt, sodass die Fingerkuppen die Tasten berühren, die Handgelenke bleiben gerade, statt nach oben abzuknicken, und die Daumen schweben über der Leertaste.
Warum F und J kleine Erhebungen haben
Fahr mit dem Finger über F und J auf fast jeder Tastatur, und du spürst einen kleinen erhabenen Strich oder Punkt. Diese Markierungen helfen deinen Zeigefingern, die Grundstellung zu finden, ohne hinzusehen: Leg die Zeigefinger auf die Markierungen, und die anderen sechs Finger landen von selbst auf den richtigen Tasten.
Die Herkunft ist unklarer, als die meisten Artikel behaupten. Oft liest man, June E. Botich habe die Markierungen erfunden, aber ihr US-Patent (eingereicht 2002, erteilt im Dezember 2003) beschreibt etwas anderes: erhöhte Kanten an den Außenseiten der beiden Grundreihen-Gruppen, also bei A und beim Semikolon. Eine Primärquelle, die jemandem die Markierungen auf F und J zuschreibt, haben wir nicht gefunden.
Wenn eine Tastatur, die du benutzt, ihre Markierungen an einer unerwarteten Stelle hat oder gar keine, prüf vor dem Losschreiben, auf welchen Buchstaben deine Zeigefinger liegen, denn alle anderen Finger richten sich nach diesen beiden.
Warum die Grundreihe ASDF JKL; ist
Die Grundreihe ist die mittlere Buchstabenreihe, und auf QWERTY fällt sie auf A S D F und J K L ;, weil die Finger genau dort landen, wenn beide Hände mittig auf der Tastatur liegen und eine Lücke für die Spalten G und H bleibt. Ausgewählt wurden diese Tasten nicht, weil es häufige Buchstaben sind. Auf QWERTY liegt dort nur eine Handvoll der häufigsten englischen Buchstaben, und genau das ist der ganze Vorwurf alternativer Layouts (unser Artikel über Layouts zeigt die Belege).
Die mittlere Reihe ist der richtige Ruheplatz, weil jede andere Buchstabenreihe nur einen Griff entfernt ist. Das Zehnfingersystem mit Grundreihe ist alt: Wikipedia schreibt Frank Edward McGurrin zu, es angeblich 1888 erfunden zu haben.
Die vollständige Fingertabelle für eine US-QWERTY-Tastatur
Das ist die Standardzuordnung, wie sie unterrichtet wird. Jeder Finger bedient eine Spalte, die nach unten hin leicht nach links versetzt ist, weil die Reihen auf einer Standardtastatur gegeneinander verschoben sind.
Zahlenreihe
| Taste | Finger |
|---|---|
| ` ~ und 1 ! | Linker kleiner Finger | |
| 2 @ | Linker Ringfinger |
| 3 # | Linker Mittelfinger |
| 4 $ | Linker Zeigefinger |
| 5 % | Linker Zeigefinger |
| 6 ^ | Linker Zeigefinger (in manchen Tabellen: rechter Zeigefinger) |
| 7 & | Rechter Zeigefinger |
| 8 * | Rechter Mittelfinger |
| 9 ( | Rechter Ringfinger |
| 0 ), - _, = +, Rücktaste | Rechter kleiner Finger |
Obere Reihe
| Taste | Finger |
|---|---|
| Tab | Linker kleiner Finger |
| Q | Linker kleiner Finger |
| W | Linker Ringfinger |
| E | Linker Mittelfinger |
| R, T | Linker Zeigefinger |
| Y, U | Rechter Zeigefinger |
| I | Rechter Mittelfinger |
| O | Rechter Ringfinger |
| P, [ { , ] }, \ | | Rechter kleiner Finger |
Grundreihe
| Taste | Finger |
|---|---|
| Feststelltaste | Linker kleiner Finger |
| A | Linker kleiner Finger |
| S | Linker Ringfinger |
| D | Linker Mittelfinger |
| F, G | Linker Zeigefinger |
| H, J | Rechter Zeigefinger |
| K | Rechter Mittelfinger |
| L | Rechter Ringfinger |
| ; :, ' ", Enter | Rechter kleiner Finger |
Untere Reihe
| Taste | Finger |
|---|---|
| Linke Shift-Taste | Linker kleiner Finger |
| Z | Linker kleiner Finger |
| X | Linker Ringfinger |
| C | Linker Mittelfinger |
| V, B | Linker Zeigefinger |
| N, M | Rechter Zeigefinger |
| , < | Rechter Mittelfinger |
| . > | Rechter Ringfinger |
| / ?, rechte Shift-Taste | Rechter kleiner Finger |
Daumen und Sondertasten
Die Leertaste drückt einer der beiden Daumen. Alt, Option, Cmd und die Windows-Taste gehen an den nächstgelegenen Daumen; Strg (Ctrl) übernimmt der kleine Finger derselben Seite.
Shift: immer die andere Hand
Für einen Großbuchstaben oder ein Zeichen auf der Shift-Ebene hältst du Shift mit dem kleinen Finger der Hand, die den Buchstaben nicht drückt. Ein großes T ist rechte Shift-Taste plus linker Zeigefinger; ein großes J ist linke Shift-Taste plus rechter Zeigefinger; ! ist rechte Shift-Taste plus linker kleiner Finger auf der 1; ( ist linke Shift-Taste plus rechter Ringfinger auf der 9.
Wer sich das Tippen selbst beigebracht hat, bricht keine Regel so oft wie diese. Hältst du für alles die linke Shift-Taste, muss dein linker kleiner Finger gleichzeitig Shift und A, Q oder 1 drücken.
Ist die Standardtabelle die einzig richtige?
Nein. Sie ist eine von der Schreibmaschine geerbte Konvention, und ein paar Teile davon ergeben auf einer modernen Tastatur weniger Sinn.
Die versetzten Reihen sind das deutlichste Beispiel. Bei der Schreibmaschine waren die Reihen gegeneinander verschoben (beim frühen Sholes-Modell um drei Achtel, drei Sechzehntel und drei Achtel Zoll), um Platz für die Hebel unter jeder Taste zu schaffen. Computertastaturen haben keine Hebel, haben den Versatz aber behalten, und daher kommen die schrägen Fingerspalten. Auf einer geteilten oder ortholinearen Tastatur, bei der die Tasten in geraden Spalten sitzen, wird die Tabelle einfacher: Jeder Finger nimmt seine Spalte, Punkt.
Für die Zahlenreihe gibt es mehr als eine Tradition. Die Tabelle oben ist die verbreitetste moderne Version. Wikipedia beschreibt eine ältere Methode, die seit den 1960er-Jahren und womöglich schon früher unterrichtet wird: Links übernimmt der kleine Finger 1 und 2, der Ringfinger 3, der Mittelfinger 4 und der Zeigefinger 5 und 6, rechts der Zeigefinger 7 und 8, der Mittelfinger 9, der Ringfinger 0 und der kleine Finger alles weiter rechts. Eine dritte Variante mischt beide. Diese Tabellen gehen wahrscheinlich auf frühe Schreibmaschinen zurück, die keine Taste für 0 oder 1 hatten, und nicht auf irgendetwas, das mit den Händen zu tun hat.
Forschung zu ganz normalen Tippenden spricht für einen entspannten Blick. In einer Studie der Aalto-Universität von 2016, die Hände und Augen von 30 Tippenden verfolgte, unterschieden sich die Schnellen vor allem durch Beständigkeit: Sie drückten jeden Buchstaben jedes Mal mit demselben Finger und hielten die Hände ruhig. Wie viele Finger sie benutzten, sagte nichts über ihre Geschwindigkeit aus. Sinnlos ist die Tabelle deshalb nicht. Sie ist der einfachste Weg zu einer festen Zuordnung, weil jemand schon jede Entscheidung für dich getroffen hat.
Sinnvolle Abweichungen
Diese Abweichungen sind unter guten Tippenden verbreitet und kosten wenig oder gar nichts:
- Die 6 mit dem rechten Zeigefinger. Viele Tabellen geben sie der einen oder der anderen Hand. Entscheide dich und bleib dabei.
- B mit dem rechten Zeigefinger. B liegt ungefähr zwischen den beiden Zeigefingern, und Wörter wie „bring“ oder „number“ fließen so manchmal besser. Auch hier: einmal festlegen.
- Die Leertaste nur mit einem Daumen. Die meisten Tabellen zeigen abwechselnde Daumen, nötig ist das aber nicht, und ein einzelner Daumen ist eine völlig beständige Zuordnung.
- Enter mit dem rechten Ringfinger oder kleinen Finger, je nachdem, welcher hinkommt, ohne dass sich die Hand bewegt.
- Die Tasten ganz rechts ([ ] \ und die Rücktaste) mit einer kleinen Handbewegung statt mit einer Dehnung.
Diese Abweichungen machen echte Probleme:
- C mit dem Zeigefinger drücken. Der linke Zeigefinger ist schon für vier Tasten in der unteren und oberen Reihe zuständig, dazu F und G. Bekommt er auch noch C, ist er oft am falschen Ort.
- P oder die Zahlentasten mit dem Finger drücken, der gerade am nächsten ist, also eine Zuordnung, die sich je nach Zusammenhang ändert.
- Eine einzige Shift-Taste für alles verwenden, wie oben beschrieben.
So erkennst du, ob dir eine Abweichung schadet: Mach einen 1-Minuten-Test und schau dir auf dem Ergebnisbildschirm die am häufigsten verfehlten Tasten an. Eine Taste, die dort immer wieder auftaucht, ist meist eine, für die du dich noch auf keinen Finger festgelegt hast.
Ein Hinweis zu ISO-Tastaturen
Die Tabelle oben gilt für eine US-Tastatur (ANSI). Die meisten britischen und europäischen Tastaturen folgen dem physischen ISO-Layout, das eine Taste mehr hat: 105 statt 104 bei Tastaturen mit Windows-Tasten. Die Unterschiede, die deine Fingerführung verändern:
- Zwischen der linken Shift-Taste und Z sitzt eine zusätzliche Taste. Im britischen Layout liegen darauf \ und |. Die linke Shift-Taste ist kürzer, dein linker kleiner Finger muss also weniger weit greifen, und in der ersten Zeit nach dem Wechsel triffst du leicht aus Versehen die zusätzliche Taste.
- Enter ist eine hohe Taste über zwei Reihen, und im britischen Layout sitzt daneben eine Taste mit # ~. Beide gehören dem rechten kleinen Finger.
- Im britischen Layout tauschen @ und " die Plätze (" auf Shift+2, @ auf Shift+'), und £ liegt auf Shift+3.
Die Zuordnung der Buchstaben ändert sich zwischen ANSI und ISO nicht. Nur Tasten unter den kleinen Fingern wandern, und deshalb führt ein Wechsel zwischen beiden anfangs zu Fehlern mit dem kleinen Finger.
So nutzt du die Tabelle
Unsere Anleitung zum Zehnfingersystem für Einsteiger enthält einen Zweiwochenplan, der auf dieser Tabelle aufbaut. Wenn du schon mit einer Mischung aus Fingern tippst, hilft dir unser Beitrag Zehnfingersystem oder Adlersuchsystem bei der Entscheidung, ob du umlernen solltest.
Sobald die Buchstaben automatisch sitzen, sind Zahlenreihe und Sonderzeichen ein eigenes Projekt. Der Zahlentest zeigt dir in einer Minute, wie sicher deine oberste Reihe ist, und die Übungsseite baut Übungen aus genau den Tasten, die du verfehlst. Für Programmierer lohnt sich unser Beitrag über Sonderzeichen und das Zehnfingersystem.
Häufige Fragen
Welches sind die 8 Tasten der Grundreihe?
A, S, D und F für die linke Hand und J, K, L und das Semikolon für die rechte Hand. Die Daumen liegen auf der Leertaste, die nicht als Grundtaste zählt.
Warum ist es wichtig, die Grundreihe zu nutzen?
Sie gibt jedem Finger einen festen Ausgangspunkt, von dem aus seine anderen Tasten nur einen Griff entfernt sind, sodass du jeden Buchstaben nach Gefühl statt nach Sicht findest. Dass du nach jedem Griff dorthin zurückkehrst, hält die Zuordnung beständig.
Mit welchem Finger drückt man die Leertaste?
Mit einem der beiden Daumen. Manche wechseln ab und nehmen den Daumen der Hand, die den letzten Buchstaben nicht getippt hat; andere nehmen jedes Mal denselben Daumen. Beides funktioniert, solange du es beständig machst.
Wie sollten meine Hände beim Tippen liegen?
Die Finger gekrümmt und locker auf den Grundtasten, die Zeigefinger auf den Markierungen von F und J, die Handgelenke gerade und nicht nach oben abgeknickt, die Daumen über der Leertaste.
Quellen
- Touch typing (Wikipedia, englisch): Grundreihe, Markierungen auf F und J, Methoden für die Zahlenreihe, McGurrin
- Keyboard layout (Wikipedia, englisch): versetzte Reihen und die Hebel der Schreibmaschine
- British and American keyboards (Wikipedia, englisch)
- ISO/IEC 9995 (Wikipedia, englisch): Tastenpositionen und die zusätzliche ISO-Taste
- Mental Floss: warum Computertasten Erhebungen haben
- US-Patent 6,667,697, Modified keys on a keyboard (June E. Botich)
- Feit, Weir und Oulasvirta (2016), How We Type: Movement Strategies and Performance in Everyday Typing, CHI '16